Wieviele Treibhausgase verursacht unsere Schule?
Datengrundlage: Erhebung an über 200 öffentlichen Gymnasien und Gesamtschulen in Niedersachsen, ausgewertet mit wissenschaftlicher Unterstützung des ifeu Heidelberg.
Datengrundlage: Erhebung an über 200 öffentlichen Gymnasien und Gesamtschulen in Niedersachsen, ausgewertet mit wissenschaftlicher Unterstützung des ifeu Heidelberg.
Niedersächsische Schulen können sich über die weitere Umsetzung ihrer Daten bei der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen beraten lassen.
Zur Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen ↗Vier Schritte — erfassen, mindern, kompensieren, bewerben. Eine Initiative für Schulen in Niedersachsen, begleitet von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.
Wo entstehen die Treibhausgase — und wie rechnet man sie aus?
Der Veränderungsprozess an der Schule — mindern, kompensieren, auszeichnen lassen.
Die Vereinten Nationen haben schon 1992 die sogenannte „Agenda 21“ beschlossen. Das ist der Handlungsrahmen für das 21. Jahrhundert, um den Planeten zu retten und „nachhaltig“ zu gestalten. Die Erkenntnis: Die Agenda 21 kann nicht allein durch Regierungsbeschlüsse umgesetzt werden. Die Verwirklichung muss an zahllosen Orten der Welt – als „lokale Agenda 21“ – konkret erfolgen. 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die 17 Sustainable Development Goals (SDG) als internationalen Zukunftsrahmen. Darunter befinden sich als wichtige Ziele der Weltgemeinschaft SDG 13 Klimaschutz und SDG 7 Erneuerbare Energien.
Deutschland kann nicht allein durch Gesetze der Bundesregierung klimaneutral werden, wenn die Städte und Kommunen nicht klimaneutral werden.
Was können Städte und Kommunen tun, um klimaneutral zu werden? Die großen CO2-Emittenten, also diejenigen, die besonders viel CO2 in einer Stadt bzw. einer Kommune ausstoßen, müssen ermittelt und klimaneutral gestaltet werden. Wesentliche CO2-Emittenten der Städte sind die Schulen!
Mit dem Schuljahr 2021/2022 haben sich die ersten Schulen in Niedersachsen auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht. Eine Übersicht und Aktuelles von den teilnehmenden Schulen sowie Tipps für mehr Klimaschutz in Schulen zeigt die Homepage der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Hintergründe zur Initiative und Informationen zur Teilnahme erhalten Sie auch auf einen Blick in dem folgenden Flyer:
Flyer „Klimaneutrale Schulen in Niedersachsen“Eine durchschnittliche niedersächsische Schule (Gymnasien und Gesamtschulen) mit ca. 1.000 Schülern/innen und 80 Lehrkräften emittiert durch Strom und Heizung
Die 388 Gymnasien und Gesamtschulen in Niedersachsen emittieren
für Strom und Heizung …
… und die gleiche Menge für Transport und Schulessen:
Man muss also untersuchen, an welchen Stellen, für welche Zwecke eine Schule Treibhausgase, v.a. Kohlenstoffdioxid (CO2) ausstößt, und wie man das vermeiden oder vermindern kann.
Die wichtigsten CO2-Quellen einer Schule sind:





Die zugrunde liegenden Daten wurden durch eine Erhebung der Energieverbräuche und Emissionen an über 200 öffentlichen Gymnasien und Gesamtschulen in Niedersachsen gesammelt und mit wissenschaftlicher Unterstützung des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) ausgewertet.
Der erste Schritt sollte die Erfassung des aktuellen CO2-Ausstoßes der Schule sein. Um die aktuellen Werte der eigenen Schule bestimmen zu können, benötigt man einige Grund-Informationen:

Durchschnittlicher jährlicher Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh)

Durchschnittlicher jährlicher Heizungsbedarf in Kilowattstunden (kWh)

Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weiterer Personen und Angaben zu deren schulbezogener Mobilität — sowie die durchschnittliche Fahrstrecke, die mit dem ÖPNV bzw. Pkw zurückgelegt wird

Zahl, Entfernungen, Personenzahl und Verkehrsmittel aller Tagesausflüge und Klassenfahrten

Gesamtzahl der jährlich ausgegebenen fleischhaltigen und vegetarischen Menüs in der Schulmensa
Um klimaneutral zu werden, benötigen Schulen i.d.R. einen mindestens einjährigen Veränderungsprozess. Die fünf Bausteine zur klimaneutralen Schule können in unterschiedlicher Reihenfolge oder auch gleichzeitig gewählt werden – sinnvoll ist es, mit Stromverbrauch, Heizung und Schulverpflegung zu beginnen.
Informationen, wie der CO2-Ausstoß gemindert werden kann, gibt es hier:
Es ist zur Zeit noch nicht möglich, den CO2-Ausstoß deutscher Schulen auf Null zu reduzieren. Die unvermeidbaren Treibhausgase können aber an anderer Stelle eingespart und somit kompensiert werden. Dies ist auf vielfältige Weise möglich.
Das Projekt „Schulöfen für Kenia“ ↗Fünf CO2-Quellen, fünf Formeln. Genau so wird auch im Rechner gerechnet.
Der jährliche Stromverbrauch wird in Kilowattstunden (= kWh) angegeben. Man erfährt diese wichtige Zahl vom „Schulträger“ (Schulverwaltung der Kommune). Der CO2-Ausstoß des Stromverbrauches berechnet sich wie folgt:
Zunächst wird der durchschnittliche Stromverbrauch der letzten Jahre oder der Stromverbrauch des letzten Jahres bestimmt.
Ob dies ein guter oder schlechter Wert ist, weiß man erst, wenn man den Pro-Kopf-CO2-Ausstoß bestimmt hat.
Klasse, ein sehr guter Wert!
Ein durchschnittlicher Wert. Hier gibt es noch ein Strom-Einsparpotential.
Dieser Wert liegt über dem niedersächsischen Durchschnitt. Hier gibt es noch ein großes Strom-Einsparpotential.
Die Heizung erzeugt den größten Teil der Treibhausgase einer Schule. Ihre Bestimmung ist also besonders wichtig. Der Energiebedarf wird i.d.R. ebenfalls in Kilowattstunden (= kWh) angegeben.
Der Treibhausgas-Ausstoß für die weit verbreitete Fernwärme wird wie folgt berechnet:
Bei einer Erdgasheizung werden mehr Treibhausgase ausgestoßen:
CO2-sparend ist eine Pellet/Hackschnitzelheizung:
Ob dies ein guter oder schlechter Wert ist, weiß man erst, wenn man den Pro-Kopf-CO2-Ausstoß bestimmt hat.
Klasse, ein sehr guter Wert!
Ein durchschnittlicher Wert. Hier gibt es noch ein Einsparpotential.
Dieser Wert liegt über dem niedersächsischen Durchschnitt. Hier gibt es noch ein großes Minderungspotential.
Weitere Energieträger im Rechner: Fernwärme aus dem Müll-Heizkraftwerk 0,100 · Flüssiggas 0,276 · Biogas 0,149 · Gas-BHKW 0,130 (GEMIS 4.94/5.0, UBA, ifeu).
Der erste Schritt ist die Erfassung der Verkehrsmittel, des sogenannten „modal split“, durch eine kleine Befragung, die man sehr bequem online mit Microsoft Forms durchführen kann. Für die spätere Erstellung eines Emissionsminderungsplanes ist eine Prozentdarstellung des Ergebnisses sinnvoll.
Beispiel:
Bestimmung mit Google Maps Routenplaner möglich.
Daraus lässt sich die Durchschnittsentfernung für die einzelnen Verkehrsmittel berechnen.
Beispiel:
Der CO2-Ausstoß wird dann getrennt für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte nur für Kfz/Elterntaxi und ÖPNV berechnet:
Die Durchschnittsentfernung der Kfz-Nutzer wird x 2 (für Hin- und Rückweg), mit 190 (= Zahl der Schultage pro Jahr) multipliziert: Damit erhält man die Summe der durchschnittlichen jährlichen Schulwege.
Diese wird mit der Zahl der Kfz-Nutzer und einem verkehrsmittelspezifischen Emissionsfaktor multipliziert:
(bei durchschnittlichem Kraftstoffverbrauch von 7 l/100 km)
Getrennt von den Lehrkräften wird auf die gleiche Weise der CO2-Ausstoß der Schülerinnen und Schüler berechnet, die sich mit einem Kfz in die Schule bringen lassen oder mit eigenem Fahrzeug (Auto, Motorrad, Moped) in die Schule kommen.
Hier wird die Durchschnittsentfernung der ÖPNV-Nutzer x 2 für Hin- und Rückweg und mit der durchschnittlichen Zahl der Schultage pro Jahr (= 190) multipliziert: Damit erhält man die Summe der durchschnittlichen jährlichen Schulwege.
Diese wird mit der Zahl der ÖPNV-Nutzer und mit einem verkehrsmittelspezifischen Emissionsfaktor multipliziert:
Getrennt von den Lehrkräften wird auf die gleiche Weise der CO2-Ausstoß der Schülerinnen und Schüler berechnet, die mit dem ÖPNV (Bus oder Bahn) in die Schule kommen.
Für jede Klasse wird eine Tabelle mit den Tagesausflügen und Klassenfahrten erstellt: Klimafreundliche Fuß- und Fahrradwege werden nicht berechnet. Die Personenzahl multipliziert mit den Kilometern ergibt die Personen-Kilometer.
Je nach benutztem Verkehrsmittel wird die Zahl der Personen-Kilometer mit einem unterschiedlichen Verkehrsmittel-Emissionsfaktor multipliziert, um die emittierten Tonnen CO2 zu berechnen:
Da sich die durch die Produktion der Nahrungsmittel, ihre Verarbeitung, den Transport und die Herstellung des Schulessens erzeugten Treibhausgase schwer bestimmen lassen, greift man hier auf Durchschnittswerte zurück: Ein in der Schulküche hergestelltes Essen erzeugt durchschnittlich insgesamt etwa 750 Gramm CO2.
Der durch die Schulverpflegung erzeugte Treibhausgas-Ausstoß hängt vom Fleischgehalt ab. Er berechnet sich wie folgt:
Ohne Unterscheidung in fleischhaltig oder vegetarisch:
Kleine Essen:
Eine Erfassung des CO2-Ausstoßes der einzelnen Menüs lässt sich über die Webseite Klimatarier (Utopia-Artikel) ermitteln. Dies erfordert etwas Aufwand, da sich die dort bereitgestellten Angaben immer auf 100 Gramm der jeweiligen Lebensmittel beziehen.
Man wird – z.B. während eines Projekttages – durch Befragung der liefernden Küche zuerst klären müssen, wieviel Gramm der einzelnen Nahrungsbestandteile (Kartoffeln, Reis, Fleisch, Gemüsearten…) die ausgewählten Menüs enthalten. Hat man den CO2-Ausstoß der einzelnen Menüs ermittelt, lässt sich an Hand der ausgegebenen Menüs der jährliche CO2-Ausstoß der Schulmahlzeiten viel genauer als mit der oben angegebenen Formel bestimmen.
Der Online-Rechner nutzt dieselben Formeln und Emissionsfaktoren wie das Formular — er rechnet nur selbst und erzeugt am Ende ein PDF.
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Zwei Seiten: Deckblatt mit Gesamtwert, Ampel und Verteilung — Rückseite mit allen eingegebenen Zahlen und den verwendeten Emissionsfaktoren, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt.
Der nächste Schritt ist ein mindestens einjähriger Veränderungsprozess: mindern, den unvermeidbaren Rest kompensieren, sich für die Auszeichnung bewerben. Begleitet wird das von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.